Häufung von Maulbeeren

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Sachen gibt’s. Neulich erst im Vorbeirauschen was von Maulbeerbäumen gehört. Dann lagen aus heiterem Himmel diese Maulbeerblätter (Bbong Nip) vor mir. Der Beeren (Odi) wegen soll mein Onkel neuerdings auch welche anbauen. Und erst gestern was über Maulbeer-Reiskuchen überflogen – … Weiterlesen

Trinkgenuss in Korea

andong soju via wikimedia

Nachdem ich bereits Anfang des Jahres kurz über Teegenuss in Korea (Part 1, 2, 3) berichtet hatte, kommen wir hier nun zu den härteren Sachen.

Koreaner sind ein sehr trinkfreudiges und trinkfestes Völkchen und gemeinsame Trinkgelage gehören unbedingt zur Sozialisation. Kurz, wer nicht mittrinkt bleibt außen vor. Am liebsten hätte ich natürlich einen eigenen Erfahrungsbericht geschrieben, aber da ich bereits von alkoholisierten Nachspeisen fast vom Stuhl kippe und somit denkbar ungeeignet bin, überlasse ich es gerne anderen.

Zum Beispiel Tom von TomeatsJencooks (seit kurzem Expats in Seoul). Er hat in einer sehr informativen Reihe alles über Makgeolli, Soju, koreanisches Bier und Katerdrinks zusammengefasst. Besser hätte man es gar nicht machen können.

Na denn – Prost!

P.S. Ist es möglich, dass man auf Wein fast schon hochallergisch reagiert und „härtere“ Sachen wie Soju und Wodka besser verträgt? Oder alles Einbildung?

Koreanische Teesorten_Part 3

nokcha

Getrocknet: Nok Cha (Grüner Tee), Hong Cha (Schwarztee), Gukhwa Cha (Chrysanthemen Tee), Omija Cha (Schisandra Tee), Gugija Cha (Gojibeeren Tee), Oksusu Suyeom Cha (Maishaar Tee) Zu Nok Cha und Hong Cha selbst muss ich euch sicher nichts mehr erzählen. Die … Weiterlesen

Koreanische Teesorten_Part 2

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In Honig eingelegt: Yuja Cha (Yuzu Tee), Mogwa Cha (Quitten Tee), Daechu Cha (Jujube/Dattel Tee), Hongsam Cha (Roter Ginseng Tee) Alle Sorten werden in hauchdünne Scheiben geschnitten und in Honig eingelegt. Sie sind alle ideale Wintertees. Yuja Cha aus der … Weiterlesen

More Tea_aber welchen?

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Ich nehme die Liste natürlich wörtlich… Katharina von Valentinas Kochbuch hatte mich vor ewig langer Zeit (war es letzten Winter?) nach einem Teerezept gefragt. So hat sie mich erst auf die Idee gebracht nicht nur Essen, sondern auch mal koreanische … Weiterlesen

Formen einer Quitte

Quitten werden nicht als Gelée geboren…durfte ich neulich lesen.

Veronese_Hochzeit zu Kana_Louvre

Trotzdem bleibt mein festgesetztes Ziel noch in diesem Jahr Cotignacs (d’Orléans) nachzukochen – letztendlich auch nur eine erweiterte Geléeform. Bereits in der Renaissance ziemlich gehypt, fand diese Süßigkeit in Veroneses Hochzeit zu Kana ihre Verewigung (am linken Tischflügel vor den gierig dreinblickenden Damen arrangiert, wo sonst – Veronese, dieser Chauvi). Etwas später noch besser zu erkennen auf Georg Flegels Großes Schauessen (dafür muss man auch nicht bis Paris wandern). Irgendwo sollte ich ein französisches Rezept haben, aber wenn ihr welches kennt, immer her damit!

Georg Flegel_Großes Schauessen_Alte Pinakothek

Georg Flegel_Großes Schauessen_Alte Pinakothek

Mein blogeigener Musikprof (den könnt ihr übrigens auch haben) hat die Quitte schon längst erlöst und sie in geschmorter Form leicht orientalisch gepaart. Sie wird ihm vermutlich dankbar sein. Was sie von mir hält weiß ich nicht, bei mir wird sie stets in dünnsten Scheiben als Früchtetee geboren – immerhin darf sie in Honig baden. Fluch oder Segen? Wahrscheinlich fordert sie Veränderung, aber noch will ich nicht.

Ganz einfach und ein ideales Teegetränk zur Erkältungssaison – auf Koreanisch Mogwa Cha:

Roh, sauber geschrubbt, geviertelt, entkernt, in sehr dünne Scheiben aufgeschnitten und mit Honig 1:1 (esslöffelweise abwechselnd) in ein hohes Glas schichten. Mindestens 15 Tage im Kühlschrank ziehen lassen. 2-3 Teelöffel (Fruchtscheiben und Honigsirup) entnehmen und mit heißem Wasser aufgießen. Fertig! Scheiben kauen (verlieren nach dem Einlegen den leicht pelzigen Geschmack).

(Edit: Nach einigen Tagen drücken sich die Früchte etwas nach oben. Immer darauf achten, dass die Früchte komplett mit Honig bedeckt sind. Entweder etwas Sirup entnehmen und Frucht+Honig oder nur Honig nachfüllen. Sonst droht Schimmel. Und unbedingt im Kühlschrank aufbewahren s.o.)

Beweisfotos gibt es diesmal nicht, solltet ihr aber trotzdem nachmachen. Wer die Quitte lieber in der Brotform (die deutsche Cotignac-Version) haben möchte, für den hat das wunderbar textsichere Fräulein etwas.

P.S. Die oberste Schicht oxidiert und verfärbt sich dunkel, falls nicht ausreichend mit Flüssigkeit/Honig bedeckt. Nur optisch unschön, nicht gefährlich – trotzdem immer von unten entnehmen.

Die Frucht der Fünf Geschmäcker_Omija

Das dritte Mal in Folge etwas Rotes. Diesmal ein Getränk oder Tee/Hwachae, wie man eben will, aus der fast schon magischen Frucht 오미자Omija (Schizandra chinensis).

Omija – oder die Frucht der 5 Geschmäcker – ist seit jeher wegen der intensiv roten Farbe beliebt und wurde daher oft dazu verwendet Lebensmittel oder Reiskuchen damit zu färben. Man sagt ihr nach, dass sie gleichzeitig süß, sauer, scharf, salzig und bitter schmecke, wonach sie benannt ist (오=Fünf). Der Tee schmeckt aber vornehmlich sauer mit einem leicht herben Abgang und sollte daher nicht zu stark konzentriert aufgegossen werden.

Ihrem vielseitigen Geschmack zufolge sagt man ihr in der TCM eine ebenso breite Wirkung nach. Traditionell wird Omija oft bei Beschwerden wie Schlaflosigkeit und abnehmender Gedächtnisleistung angewendet und gilt nebenbei als Aphrodisiakum. Nur Schwangere sollten den regelmäßigen Konsum meiden. Hier kann man mehr über die exakten Inhaltsstoffe erfahren, und wer einmal kosten möchte -  es gibt unzählige Angebote allein im Netz u.a. auch in Bioqualität. Die besten koreanischen Omija-Beeren stammen aus der Stadt Mungyeong, die sogar mit einem Omija-Festival aufwarten kann. Die Gegend rund um Mungyeong (ca. 2 Stunden von Seoul) ist sehr malerisch vor Berghängen gelegen und ist schon allein deswegen sehenswert.

Man kann Omija heiß als Tee aufkochen oder einen kalten Auszug daraus gewinnen und ein Omija Hwachae zubereiten – mein Sommergetränk dieses Jahr. Spritzig, säuerlich, durstlöschend.

Dieses spezielle Rezept habe ich aus einem TCM Kochbuch (leider nur auf Koreanisch), aber Omija Hwachae ist ein sehr verbreitetes altes Rezept, das bereits vor einigen Jahrhunderten als Erfrischung/Sommerpunsch diente. Ursprünglich mit floral ausgestanzten Nashistückchen und einigen Pinienkernen adrett garniert – bei mir gibt es mal wieder die Version „ohne alles“, sogar ohne Zucker.

Omija Hwachae

Zutaten:

50 g Omija-Beeren, getrocknet

240 ml Wasser, abgekocht und abgekühlt

und zusätzlich 2 l Wasser (grob 8-fache Wassermenge zusätzlich)

Zubereitung:

  1. Die Beeren gründlich waschen und evtl. Fremdkörper entfernen. Mit dem abgekochten und abgekühlten Wasser in einer Schale übergießen und 24 h ziehen lassen.
  2. Durch ein Tuch/Filterpapier geben, dabei die Beeren kräftig ausdrücken und den kalten Auszug in Glasflaschen geben. Mit 2 l frischem Wasser auffüllen und verdünnen. Im Kühlschrank aufbewahren – hält mindestens eine Woche.
  3. Nach Geschmack kann natürlich mit Honig oder Zucker (besser Läuterzucker) gesüßt werden. Evtl. mit dünnen Birnenscheiben und Pinienkernen garnieren und eiskalt servieren.

Tipps: Ich fülle nur mit 1 l Wasser zunächst auf und verdünne jeweils beim Trinken weiter mit der doppelten Menge Wasser. So spare ich Flaschen und Platz im Kühlschrank. Außerdem kann so das Konzentrat individuell reguliert werden.