Ein Schwein to Remember

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So ungefähr schwirrte ein Schwein Wochen um mich herum. Ließ mir keine Ruhe. Die Frage, die mich beschäftigte: Wäre das genial trockengebeizte Momofuku Bossam mit einer zusätzlichen Kruste nicht himmlischer? Nicht irgendeine Kruste. Schlimm sind die, die hart und nur … Weiterlesen 

Lebensweisheit oder eine kleine Jeon Party

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Nein, nicht Konfuzius. Von Pacman lernt man den Sinn des Lebens: Viel essen. Bösen Leuten aus dem Weg gehen. Aufs nächste Level springen. (source: baldauf & von gehlen via: slomo) Dieser Pacman. Der hat’s drauf. Apropos viel essen. Hier bitte. … Weiterlesen 

Kimchi + Kyche

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Auch im Bloggerleben gibt es so etwas wie eine Sandkastenfreundschaft. Die allerersten Gefährten, die sich einfach dazu gesellen, während man noch fernab jeglicher Routine (und Wissen) vor allem mit sich selbst beschäftigt ist. Ich darf mich glücklich schätzen und habe … Weiterlesen 

Kimchi + No Name

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Sie hat schon vielfach ihre Spuren im digitalen Raum hinterlassen, ist die fleißigste Bloggerin mit der höchsten Blogging-Frequenz (zumindest unter meinen Abos) und bloggt seit 2011 aus der koreanischen Hauptstadt Seoul – genauer aus dem Studentenviertel Shinchon. Ganz nebenbei hatte … Weiterlesen 

Das Schwein ist da_Jeyuk Bokkeum

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Ich präsentiere euch nun endlich, nach ausreichend Heißlaufphase, das lang ersehnte Rezept zum scharfen Schwein. Ihr wollt es doch immer noch hoffentlich? Diesmal habe ich das getan, was ich neben kochen und essen ganz besonders gerne mache: delegieren! Praktisch, wenn … Weiterlesen 

Ein Schwein ohne Worte…

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…fast. Ganz schnell. Ungeschminkt. Koreanisches Mensaessen, schnelle Schweinepfanne oder ganz offiziell Jeyuk Bokkeum. Böse Zungen – vornehmlich in einem klitzekleinen Laden in Schwabing – sagen dazu auch einfach nur: Hallo Schweinebauch! Der Renner des Hauses. 1. Mariniert (nicht schön) 2. … Weiterlesen 

Scharfer Hühnchen-Kartoffel Schmortopf_Dak Dori Tang

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Schmorgerichte braucht jeder zwischendurch. Geschmortes Hühnchen erst recht. Scharf noch besser. Mein absolutes Lieblings-Hühnchen-Schmorgericht kommt ausnahmsweise nicht aus Korea, sondern aus Ostafrika. Doro Wot, das äthiopische Nationalgericht mit Injera – zum Reinlegen gut und so sozial. Nur fehlt mir dafür … Weiterlesen 

Tteok Galbi aka Bulgogi Burger

Damit hat Uwe sicher nicht gerechnet, dass ihm ausgerechnet aus Asien Gefahr drohen könnte. Aber bei meinem Namen, wie könnte ich mich da enthalten? Ich coache seinen Kollegen/Rivalen mal aus der östlichen Ecke für den Burger-Battle bei Zorras Kochtopf. Burger und Korea? Keine Angst, kein Reisburger wofür man Stäbchen bräuchte – die Koreaner können echte Patties, und wie! Die haben den Burger erfunden (*hust*), na ja, zumindest den Bulgogi-Burger…

Tteokgalbi heißt die Versuchung (oder Waffe, wie man’s nimmt), nach der die Stadt Gwangju im Viertel Songjeong-dong sogar eine ganze Straße benannt hat. Lange Zeit dachte ich, Tteok (Reiskuchen)-Galbi (Rippe) beinhalte Tteok bzw. Reiskuchen im Brät. Bis ich gesehen habe, wie sie gemacht werden: Feinstes, gut marmoriertes Hanu-Rindfleisch (vergleichbar mit Wagyu-Rindfleisch) von der Hochrippe wird vom Knochen gelöst (koreanische Metzger haben eine andere Schnittführung, der typische Galbi-Schnitt – aus den Knochen kann man ca. 2-3 Tage lang eine Brühe köcheln, bis sie milchig trüb ist), traditionell nur mit dem Messer sehr, sehr fein gehackt (aber hier hilft einfach ein Fleischwolf), gewürzt und solange geschlagen/geklatscht, bis eine sehr elastische Fleischmasse entstanden ist.

Daher der Name, weil der Prozess des Schlagens an die Herstellung von Reiskuchen erinnern soll. Auch die Konsistenz der fertigen Bratlinge wird dadurch leicht chewy. Meist wird noch mit etwas Schweinefleisch gestreckt, das zusätzlich Fett/Saftigkeit verleiht. Ihr könnt das Fleisch 60:40 mischen oder mehr.

Blog-Event LXXII - Burger Battle (Einsendeschluss 15. November 2011)

Beim Grillen werden die Patties mit einer Marinade bestrichen, die sie wundervoll glänzend umhüllt. Man serviert sie eigentlich pur zu Reis, allenfalls werden hauchdünne, aromatische Songi Boseot- Scheiben (koreanische Steinpilzsorte) mitgegrillt.

Da der Geschmack der Marinade an Bulgogi erinnert, musste ich beim ersten Kosten sofort an den berühmten Bulgogi-Burger denken, der zunächst von Lotteria (koreanische McD-Variante) entwickelt und nach dem Sensationserfolg sofort von McD Korea kopiert wurde (und Kimchi-Pizza bei Pizza-Hut ist übrigens in Korea eine Selbstverständlichkeit).

Von daher könnte man diesen Burger statt Tteok Galbi-Burger auch einfach Bulgogi-Burger nennen. Andersherum gesagt: Wer Bulgogi mag wird diesen Burger lieben. Typisch ist auch hier wieder die leicht süßliche Note (zur Vorwarnung, falls es einige Fleisch-Süß-Skeptiker geben sollte).

Dazu serviere ich (Achtung Weltpremiere – wozu ihr alle mich immer treibt) idiotensichere Burger-Buns, hier mit schwarzen Sesamkörnern. Idiotensicher, weil selbst ich sie kann und die Zutaten wirklich in JEDEM Haushalt vorrätig sind. Dachte mir, das Grundrezept für weichen Hefeteig muss sich doch adaptieren lassen – Daumen hoch!

Und, da wir schon bei hausgemacht sind: Die von Robert abgekupferte Mayo ohne Ei (wie er schon sagt, unbedingt nach eigenem Gusto kräftig abschmecken, sonst ist sie irgendwie indifferent) wartete bereits im Kühlschrank. Ich habe sie mit wenig Gochujang verschärft – notfalls könnte man auch Sriracha nehmen, die besser erhältlich ist.

Tteok Galbi Burger: Buns aufschneiden, Flächen angrillen, mit Gochujang-Mayo bestreichen, Salatblatt, Scheibe Fleischtomate, (optional dunkel geröstete Zwiebelringe), Fleischklops und Deckel drauf – reinbeißen. Herrlich! So herrlich, dass ich glatt das Fotografieren vergessen habe. Da wurde ausnahmsweise schnell skizziert. Eine vage Erinnerung.

Und das Ganze geht so:

Tteok Galbi

Zutaten für 4 kleine Patties

250 g Fleisch (ca. 60:40 Rind/Schwein), gut gekühlt

1 EL Sojasauce

1 Knoblauchzehe, fein zerrieben

1 EL Lauch, fein gehackt

1 EL Zwiebel, fein gehackt

1 EL Birnenpüree

1 TL Honig

1 TL Sesamöl

etwas Pfeffer

Glasur:

1 EL Sojasauce

1 EL Birnenpüree

1 TL Honig

1 TL Sesamöl

Zubereitung:

  1. Fleisch sehr fein hacken oder den Fleischwolf benutzen. Knoblauch sehr fein zerreiben. Lauch, Zwiebel, Birne sehr fein hacken und alle restliche Zutaten zum Fleisch geben. Gut vermengen und solange in die Schüssel klatschen, bis die Masse elastischer und besser formbarer wird (ca. 5 min).
  2. 4 gleichgroße Bällchen formen und nochmals zwischen den Händen klatschen (weitere 5 min.), bis das Fleisch beim Drücken elastisch zurückspringt. Zu 1cm dicken Patties formen und 30 min im Kühlschrank durchziehen lassen.
  3. Glasur vorbereiten: Alle Zutaten verrühren und beiseite stellen.
  4. Eine beschichtete Pfanne (oder Grill) mit wenig Öl bepinseln und bei mittlerer Hitze ca. 2 min. auf jeder Seite garen lassen. Zum Schluss beide Seiten mit Glaze bepinseln (oder dünn beträufeln) und im Saft kurz ziehen lassen bis alles glänzt.

Idiotensichere Burger-Buns

Zutaten für 4 kleine Buns (Drittel der Grundmenge)

167 g Mehl

10 g Zucker (auf Hälfte reduziert)

3 g Trockenhefe (ca. 1/3 Packung)

80 ml Milch, lauwarm

25 g Öl (normalerweise 20 g Butter und 1/3 Ei, ab 500 g Mehl kann ein 1 Ei dazu)

¼ TL Salz (Menge leicht erhöht)

optional (schwarzer) Sesam

Zubereitung:

  1. Teig nach Grundrezept herstellen. Nach dem Aufgehen in 4 gleiche Teile teilen, jedes Bällchen nochmals gut kneten, bis die Oberfläche glatt ist. Ca. 7-8 cm Durchmesser groß platt drücken und nochmals abgedeckt 1 h gehen lassen.
  2. Sesam auf  flachen Teller verteilen, die Oberfläche der Buns mit Wasser befeuchten und vorsichtig kopfüber in den Sesam drücken.
  3. Ofen auf 175 Grad vorheizen, 15-20 min. mittlere Schiene backen. Zum Ende ein Schluck Wasser auf dem Ofenboden verdampfen lassen.

Gochujang Mayo – Mayo nach Wahl einfach mit etwas Gochujang verrühren.

Hanu/Wagyu in durchgedrehter Form könnte bei einigen von euch Ausschlag verursachen. Ist in Korea natürlich auch schon teuer und hier wohl oft Wunschdenken, nur wollen die drüben sonst nichts anderes essen. Lieber über 100 Euro für Hanu ausgeben oder gar kein Rind. Oder sich beschenken lassen, kein Scherz, man beschenkt sich gegenseitig mit Präsent-Koffern voller Hanu-Fleisch.

He, und gerade sehe ich, Frau Kyche kann ja auch asiatisch, war klar! Und auch noch schlotzig wie meiner hier. Tolle Combo, Evi!

Bibimbap oder das Universum in einer Schüssel

Darauf habe ich Monate hingearbeitet. Höchste logistische Herausforderungen. Nun endlich kommen wir zu meinem allzeit Favoriten der koreanischen Küche. Das Gericht, das neben Bulgogi und Kimchi fast schon ein Synonym für Korea ist, und dem man als Koreareisender bereits in der Luft begegnen kann: Bibimbap oder das Universum in einer Schüssel, wie ich es gerne nenne. Alle fünf Geschmacksrichtungen und Elemente treffen sich in einer einzigen Schale zu einem harmonischen Reigen.

Hier seht ihr beispielhaft ein flugfähiges Exemplar, welches selbst in der Bretterklasse relativ vorzüglich schmeckt und nicht ohne Grund mehrfach ausgezeichnet wurde. Ein Beweis, dass sich Massen-Catering und frischer Geschmack nicht unbedingt ausschließen müssen.

in-flight bibimbap via koreataste

in-flight bibimbap via koreataste

Kein Wunder. Verfolgt man die Spur des Bibimbap, erkennt man nämlich seine Ursprünge aus der „Massenverpflegung“. Nach Totengedenkriten war es Brauch, nicht nur die komplette Großfamilie, sondern das ganze Dorf zum gemeinsamen Essen einzuladen. Die typischen Namulbeilagen vom Jesa-Sang wurden aus Platzgründen anstatt in einzelnen Banchanschalen einfach in eine Schale mit Reis gegeben und verteilt– fertig war Bibimbap, was übersetzt „gemischter/vermischter Reis“ heißt. Viel zu profan für den (zumindest für mich) fast schon himmlischen Geschmack.

Bibimbap, das im Grunde also nicht mehr ist als ein hochstilisiertes Resteessen, kann aus unterschiedlichsten Toppings/Zutaten bestehen, und es gibt kein richtig oder falsch. Für Dogmatiker gibt es trotzdem eine klassische Variante, die als Jeonju Bibimbap – eine Spezialität der gleichnamigen Stadt – landesweit berühmt ist:

Als Muss gelten dort gedünstete Sojasprossen, blanchierter Spinat, sautiertes Gemüse wie Doraji, Gosari, Chwi Namul, Shiitake Pilze, Zucchini, dann separat gebratenes Eiweiß und Eigelb, frischer Gurken- oder Rettichsalat, einige Scheiben Hwangpomuk (Mung Bean Jelly), frische Salatblätter, Rindfleisch roh als Tatar oder gebraten und mit einem frischen Eigelb. Zusätzlich einige Pinienkerne und Ginkgonüsse. Alles farbenfroh serviert in einer klassischen Messingschale.

Eine weitere bekannte Spezialität ist Dolsot-Bibimbap, das eher die Serviermethode in einem dickwandigen heißen Steintopf (Dolsot) näher bezeichnet. In den heißen Topf wandert zunächst Sesamöl, danach der Reis mit allen Toppings. Diese sind zwar meist nicht so reichhaltig wie beim Jeonju-Bibimbap, aber der besondere Geschmack ensteht durch ein rohes Ei, das kurz vor dem Servieren rein geschlagen wird. Alles wird schnell miteinander vermischt, dabei gart das Ei durch und am Topfboden bildet sich eine knusprig goldene Fried-Rice-Kruste. Im Gegensatz zum „normalen“ Bibimbap, das durch die kalten Toppings eher lauwarm verzehrt wird, bleibt dieses Gericht bis zum letzten Löffel heiß.

Nun meine Variante im Uhrzeigersinn ab 12 Uhr: blanchierter Sojasprossensalat, in schwarzem Sojabohnenmus gedünstete Taro-Stängel, sautierte Zucchini, sautierte Shiitake, etwas Löwenzahn-Kimchi, glasig gedünstete Zwiebeln, scharf säuerlicher Rettichsalat, frische Perillablätter in Streifen und ein Ei sunny-side-up. Vegetarisch ohne Rindfleisch.

Einfaches Bibimbap:

Für euch wären mögliche Zutaten für eine bequemere, nachkochbarere Variante ohne zu exotische Namulbeilagen:

Sautierte Zucchini, Möhren, Zwiebeln, Shiitakepilze (eingeweicht), blanchierter Sojasprossensalat, blanchierter Sesam-Spinat, frischer Rettich/Kohlrabisalat, Kimchi, dünn gehobelte Gurken, frische Salatblätter, Rinderhack mit Bulgogi-Marinade (ohne Ziehzeit) und natürlich ein Ei sunny-side-up.

Bis auf Reis, Fleisch und Ei kann sogar alles am Vortag vorbereitet werden. Grob sollten pro Portion 2 EL von jeder fertigen Zutat kalkuliert werden.

Zubereitung:

  1. Reis kochen.
  2. Individuelle Auswahl Gemüse zum Sautieren in feine Julienne schneiden, vorher Pilze 1 Stunde in heißem Wasser einweichen nicht vergessen. Jede Gemüsesorte (von hell nach dunkel, Zwiebel zuerst, Möhren zum Schluss, damit man die Pfanne nicht ausputzen muss) separat mit wenig Öl auf mittlerer Hitze hell sautieren und leicht mit Salz abschmecken. Alles einzeln beiseite stellen.
  3. Weitere Auswahl Zutaten oder alles (s.o.) nach Anleitung vorbereiten. Fleisch ohne Ziehzeit sehr kurz marinieren und direkt krümelig anbraten bis Flüssigkeit verdampft ist.
  4. Bibimbap-Soße: 1 TL Gochujang, 2 TL Apfelsaft, ½ TL Zucker, ½ TL Sesamöl, ½ TL geröstete Sesamkörner pro Portion berechnen und alles miteinander glatt verrühren.
  5. Pro Portion 1 Ei sunny-side-up braten. Eigelb sollte möglichst flüssig sein.
  6. Anrichten: In einer breiten Schale eine Portion Reis gleichmäßig verteilen, das Ei mittig darüber legen, alle vorbereiteten Zutaten farblich abwechselnd über das Eiweiß und den Reis arrangieren, dass nur das Eigelb zentral herausguckt. Evtl. über jede Schale noch etwas Sesamöl beträufeln. Mit der Soße servieren.

Grundsätzlich ist alles erlaubt je nach Saison und Verfügbarkeit, dennoch gibt es für ein gutes Bibimbap einige Punkte zu beachten. Es sollte mindestens 5 verschiedene Zutaten/Toppings beinhalten, um eine gewisse Geschmacksvielfalt zu erhalten. Sie sollten alle separat zubereitet werden, damit die einzelnen Aromen sich nicht gegenseitig überlagern. Und sowohl Farben als auch Texturen sollten ausgewogen sein, damit man letztendlich ein Zusammenspiel von knackig und saftig erreicht. Mischt euch eure eigene Lieblingsvariante!

Das Ei, besonders das Eigelb ist enorm wichtig für den gesamten Geschmack. Es verbindet erst alle Aromen, die unterschiedlichen einzelnen Geschmackskomponenten von süßlich bis bitter, und nur wenn alle Zutaten wild miteinander vermischt worden sind, offenbart sich der richtige Geschmack.

Also bloß nicht picky jedes einzelne Topping einzeln mit kleinsten Mengen Reis verköstigen und allenfalls etwas durch die Soße wedeln – Bibimbap muss wörtlich genommen werden, kräftig mischen! Nur so entsteht der „Taste of Harmony“. Klingt ganz schön kitschig, hat aber als gleichnamiger Werbefilm letzten Winter den Times Square bespielt.

Die „irren“ Protagonisten an den Hackblöcken sind keine Geringeren als die Member der in Korea beliebten und einflussreichen Comedy Show „Muhan Dojeon“. Oder übersetzt „Infinite Challenge“. In diesem Film werden alle Bibimbap-Zutaten durch traditionelle Performance-Künste wie Maskentanz, Ganggang Sullae, Fächertanz, Bauerntanz (Nongak/Pungmul), Trommeltanz (Janggu), Taek Won Do etc. dargestellt, aber bitte schaut selbst…

Korean Fried Chicken_KFC oder MFC

Wer Fußball und Bier liebt ist nahezu prädestiniert dafür, wer auf Fingerfood und Flying Buffet steht vielleicht, wer Geflügel mag ziemlich sicher, wer an süßlich-scharf-säuerlicher Chilimarinade nicht vorbeigehen kann definitiv.

Also, ich stehe weder auf Bier noch auf Fußball, das Gegröle ob im Schottenhamel oder in Fanmassen überlasse ich gerne anderen – aber ich stürze mich auf Fingerfood, Geflügel mag ich sowieso und zu Chili und allen dazugehörigen Konsorten muss ich, glaube ich, nichts mehr sagen – selbst mein diesjähriger Sommernagellack heißt Perfect Pimento.

Daher präsentiere ich euch heute – nicht ohne Stolz – mein Korean Fried Chicken oder Yangnyeom Tongdak wie es auf Koreanisch so schön heißt. Der Lieferservice-Klassiker, der in Korea typischerweise zu Bier und Fußball genossen wird. Bei großen internationalen Spielen sind sie der Renner schlechthin und man muss stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen beim KFC (Korean Fried Chicken)-Dealer seines Vertrauens. Jetzt wisst ihr, wofür KFC wirklich steht.

Geschmacklich stand Pelicana Chicken Pate (meiner Meinung nach die besten koreanischen Liefer-KFCs) für meine diversen Geschmacksexperimente. Die Hähnchenteilchen knusprig und würzig hinzukriegen war keine große Herausforderung. Kein Teig anrühren, bloß nicht, sondern wie bei einem guten Lemon Chicken vorher marinieren und einfach mit Stärke überpudern – babyeierleicht. Der Geschmack, die Konsistenz und Glanz der Soße waren schon zeitaufwendiger. Die Glasur hat mich einige Jahre meines Lebens gekostet, selbstverständlich immer wieder nur sporadisch und punktuell, so oft esse ich nun auch nicht in Fett gebadetes Hühnchen. Und ihr? Ja, ihr dürft ruhig sitzen bleiben, die Ärmel hochkrempeln und das Ergebnis einfach genießen – ihr seid ja auch meine lieben Leser.

missboulettes Fried Chicken_MFC oder Yangnyeom Tongdak

Zutaten für eine kleine Schale:

500 kg Chickenwings

1 EL Sojasauce

1 EL Soju oder trockener Sherry oder chinesischer Kochwein

1 Knoblauchzehe

gleiche Menge Ingwer

etwas Pfeffer

1 Eiweiß

Stärke (Kartoffel oder Mais) zum Panieren

Marinade/Glasur:

4 EL brauner Reissirup oder Ahornsirup

1 EL Sojasauce

3 EL süße Thai-Chilisauce (die für Huhn und Fisch in der Glasflasche)

1 TL Gochujang

2 TL Apfelessig

2 Knoblauchzehen, fein zerreiben

Spritzer Zitrone

2 EL Wasser

Öl zum Frittieren

Zubereitung:

  1. Chickenwings gut waschen und trocken tupfen. Spitzen abschneiden und am Gelenk zerteilen. Von oberen Teilen Haut und Fett komplett entfernen, von den unteren nur evtl. überschüssige Haut.
  2. Knoblauch und Ingwer schälen und sehr fein zerreiben/hacken. Mit Sojasauce und Alkohol zum Fleisch geben, gut einmassieren, etwas pfeffern und alles abgedeckt im Kühlschrank mind. 1 Stunde ziehen lassen.
  3. Eiweiß verquirlen, zum Fleisch geben und vermischen. Fleischstücke in genügend Stärke panieren und überschüssiges abklopfen. Alle Teile zunächst panieren und auf einem Teller beiseite stellen, dabei bindet die Stärke etwas Feuchtigkeit und „zieht“ ein.
  4. Öl nicht zu heiß erhitzen (mittlere Hitze nicht über 160 Grad), in Portionen sehr hell goldgelb langsam garen und auf Küchenpapier abtropfen lassen und alles beiseite stellen. Falls sie zu schnell bräunen sofort Hitze regulieren.
  5. Öl höher erhitzen (ca. 180 Grad), in der Zwischenzeit alle Zutaten für die Marinade in einer breiten Pfanne/Wok miteinander verrühren und unter ständigem Rühren einmal kurz aufbrodeln lassen, sofort von der Hitze ziehen. Beiseite stellen.
  6. Zum zweiten Mal sehr heiß und sehr kurz alle Teile knusprig braun frittieren, auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und sofort in der noch warmen Soße alles vermengen, bis sie gleichmäßig mit der Glasur überzogen sind. Mit Sesamkörner bestreuen und noch heiß servieren.

Tipps: Ich habe diesmal nur Chickenwings genommen. Theoretisch müsste man ein ganzes Huhn klein zerlegen damit man es überhaupt Tongdak (ganzes Huhn-wie sinnig) nennen dürfte. Dafür einfach die Mengen grob verdoppeln. In Korea wird statt Reissirup üblicherweise Corn Syrup-Mulyeot (auch hier erhältlich) verwendet. Geschmacklos süß mit einer sehr klebrigen Konsistenz. Reissirup und Ahornsirup finde ich wegen des malzigen Geschmacks einfach besser. Wer möchte und darauf steht kann auch statt der Thai-Chilisauce Ketchup verwenden. Evtl. gewünschte Schärfe anpassen.