Mea culpa

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Pah, die paar Gramm mehr oder weniger! Komm schon, mach dich locker. Was sind schon 21 Gramm? Du bist eh schon eine pathologische Genaunehmerin…unerträglich ist das manchmal mit dir. Spring über deinen Schatten, wag es! Nimm eine runde Zahl… 200g statt 221g.

Um mir selbst (einer die schon beruflich bedingt dazu verdammt ist, in halben Millimetern zu denken – zwischen 3 mm und 2,5 mm liegen schließlich Welten!) etwas zu beweisen, habe ich Mehl unterschlagen. Ich bekenne mich schuldig. Cool wollte ich drauf sein. Korinthenkacker auf (fahr)lässig sozusagen. Jetzt weiß ich, was ich davon habe.

Ihr erinnert euch vielleicht an den Rührkuchen? Den Orangen-Olivenölkuchen? Nach der Veröffentlichung habe ich den noch mehrfach gebacken (mit vormals genannten 200 g Mehl, was im Nachhinein suboptimal war) und staunte, dass er nicht mehr so locker war, wie ich ihn in Erinnerung hatte (zur Erklärung: VOR der Veröffentlichung hatte ich immer nur Cups verwendet). Also habe ich letzte Woche, als mich der Heißhunger auf altmodischen Marmorkuchen einholte, Cup UND Waage nochmals rausgeholt, abgemessen, abgewogen und… Welch ein Schreck! Es sind sogar exakt 234 g Mehl! Ganze 34 g (!) hätte ich niemals unter den Tisch fallen lassen. Das müsst ihr mir glauben. Wieso ich damals 221 g abgelesen hatte bleibt ungeklärt. Vielleicht war irgendetwas zwischen Waagschale und Tisch gerollt, vielleicht Halluzinationen, Sabotage? Mysterien des Küchenalltags…
Jedenfalls, diese 34 g Mehl (vergleichsweise zwei sehr schwach gehäufte Esslöffel Mehl) machen einen enormen Unterschied aus. Der Kuchen geht viel besser auf, wird lockerer. Macht das gerade Sinn oder hat die kleinliche Perfektionistin (ich habe ein tolles neues Wort gelernt – Pünktlischiisser) nun endgültig die Macht übernommen?

Nun ist alles nachgebessert, auch auf die Gefahr hin, dass alles Schwachsinn ist (habt Erbarmen mit mir, allein die Tatsache, dass dieser winzige Hauch von Mehl einen entscheidenden Einfluss haben könnte, macht mich eh schon fertig). Zumindest habe ich, jetzt wo es raus ist, kein schlechtes Gewissen mehr. 234. Für alles andere – auch nicht 235 – übernehme ich keine Garantie. Aber ihr wisst ja mittlerweile: Glaubt mir kein Wort…

PS: So, damit wäre erklärt, warum im Rezept diese hirnrissige ungewöhnliche Grammzahl steht.

Wunderöl

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Es war schon lange klar, dass ich das kulinarische Jahr hier auf diesem Blog mit Öl beginnen wollte. Kein gewöhnliches. Eine oder vielleicht “die” Entdeckung der letzten Zeit sogar. Chiliöl Sichuan-Style. Selbstgemacht (keines der bisher gekauften Chiliöle kann es mit … Weiterlesen

Schwarz für Fortgeschrittene

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Für gewöhnlich bin ich kein großer Anhänger der koreanischen Fernsehunterhaltung. Zu sehr ist der Markt überschwemmt mit allzu vorhersehbaren Schnulzen und melodramatischen Serien (der Dramatik gemäß auch K-Drama genannt). Doch es gibt auch Ausnahmen. Neben einigen wirklich gut gemachten kulinarischen … Weiterlesen

Paris, Brest

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Darf man der Zeitung Le Figaro und dem ultimativen Paris-Brest-Test Glauben schenken, dann gibt es das beste Paris-Brest der Stadt (oder gar des Landes?) auf der linken Seine-Seite, unweit des Bon Marché in Philippe Conticinis La Pâtisserie des rêves. Wie … Weiterlesen

Ein Zwischenbericht…

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bezüglich meiner kleinen Lebensaufgabe aka Work in Progress. La Mian oder handgezogene Nudeln, welche mich zufrieden stellen, kann ich noch immer nicht präsentieren. Das Hauptproblem ist nach wie vor das Ziehen gleichmäßiger feiner Nudeln. Man könnte also auch sagen, das … Weiterlesen

Spätsommerliche Nudeln

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Inspiriert von meinem Lieblingsgericht beim Lieblingsvietnamesen. Doch der Gefahr sich oberflächlich der Begrifflichkeiten zu bedienen, will ich tapfer widerstehen. Zu sehr ist meine Version ein reines Heißhunger-Impromptu, was wiederum im Sinne des originalen Gerichts zu sein scheint. Schnell gekramt und … Weiterlesen

Der Apfelstrudel

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Mit Betonung auf DER. Doch vorab muss ich danken. Ganz im Sinne von Kulinarischer Dank – Ehre, wem Ehre gebührt! Natürlich zunächst der Rezeptquelle des wahrlich unkomplizierten Strudelteiges: Katha. Dann wäre da noch – nicht minder wichtig – die Turbohausfrau, … Weiterlesen

Tofu from Scratch_Part 3

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Dritter Teil: Das Rezept Wer das hier liest und nachkochen will, sollte vorher Teil 1 und Teil 2 gelesen haben. Und auch einige benötigte Utensilien gilt es zu beachten. Für zukünftige Tofu-Liebhaber, die mit einer gewissen Regelmäßigkeit Tofu herstellen wollen, … Weiterlesen

Tofu from Scratch_Part 2

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Zweiter Teil: Die Herstellung Vielleicht habe ich einige Käser unter meinen Lesern, die Paneer, Ricotta oder sogar Mozzarella mal eigenhändig hergestellt haben. Denen wird alles sehr bekannt vorkommen. Das Grundprinzip ist gleich, ob Milch von Tier oder von der Bohne. … Weiterlesen