Tofu from Scratch

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Wie auch schon letztes Jahr, beginne ich das Jahr auf meinem Blog mit einer kleinen Trilogie. Reichlich spät, ich weiß. Zwischenzeitlich scheinen einige Umwälzungen im Gange zu sein. Angefangen mit Ellja, die ich jetzt schon schmerzlich vermisse. Ihre gesammelten Beiträge von insgesamt fast sechs (!) Jahren gilt es aber noch aufzuarbeiten und ist zumindest ein kleiner Trost. Die liebe Sophie wage ich kaum zu erwähnen (hörst Du). Auch Du, Evi! Von Nachdenkpause und Neuorientierung war ebenfalls die Rede – da bin ich aber recht zuversichtlich bezüglich der schöpferischen Einfallsgabe. Und Christina weilt ja zum Glück wieder längst unter uns.

Weiterhin ist eindeutig ein orangiger Trend für die ersten Wochen auszumachen. Die Farbe bzw. der Kuchen der Saison. Mit Blutorangen, im Kasten, mit Polenta. Unlängst auch bei mir, nach all dem Input (Für Julie: Bei mir immer getränkt, Teig nach dem Rührkuchenrezept „Dr. Oetker – Apfelkuchen sehr fein“ von 1930 – klingt blöd, ist aber der lockerste Rührteig, den ich kenne. Frisch aus dem Ofen samtig und fluffig, am nächsten Tag saftig. Zusätzlich noch 2-3 Orangen auspressen, Saft zur Hälfte sirupartig reduzieren, restlich verbliebenes Fruchtfleisch mit dem Löffel aus den Schalen kratzen und mit etwas geriebener Orangenschale zum Teig geben. Nach dem Backen mit einem Holzspiess den Kuchen mehrfach einpieksen und den Sirup einträufeln. Auch bei mir, Rührteig nur im Kasten – Scheiben, keine Stücke ;))

Daneben gab es noch einige unverhoffte Neuentdeckungen. Obwohl sich beim Schlagwort Feminismus reflexartig mein Nacken versteift und ich das Weite suche, weil dieses Thema in meinem näheren Umfeld und meiner Branche mit ausreichend weiblichen Führungskräften zwangsläufig nur an der (zugegeben meiner begrenzten) Realität vorbeidiskutiert werden kann, habe ich mich bei Girls can blog sofort festgelesen. Annina Luzie stellt sich auf ihrem Blog die Frage, warum im Netz unter den starken Meinungsmachern Männer (mal wieder, könnte man meinen) überproportional vertreten sind – und was die weiblichen Blogger unterdessen so treiben. Neben Bloggerinnen-Porträts schreibt sie immer mehr auch über sich. Lesenswert! Nicht nur, weil mir durchaus bewusst ist, dass sich meine Ach-nee-Feminismus-ist-doch-nicht-mehr-zeitgemäß-Haltung nur auf die Früchte der jahrzehntelangen Arbeit solcher Art ausruht.

Wir Foodblogger haben da mit ganz gegenteiligen Problemen zu kämpfen. Wir alle müssten uns vielleicht Gedanken machen, wie man über spezielle Förderprogramme mehr männliche Beteiligung erreichen könnte. Oder, um mal wieder eine problemverschiebende Quotendiskussion anzuregen, es führt kein Weg vorbei an einer Männerquote in der Blogroll – ganz flexi natürlich.

Eine Neuentdeckung ganz anderer Art ist David Sievekings aktueller Film „Vergiss mein nicht“ (ab 31. 01. im Kino). Ursprünglich ein sehr persönlicher Dokumentarfilm über die Demenzerkrankung seiner Mutter und die häusliche Pflege. Herausgekommen ist aber ein erstaunlich heiteres Denkmal für seine Mutter, seine Eltern, die Liebe in allen Facetten. Ich habe schon bei der Vorschau Tränen gelacht. Und das Schöne ist – hier darf man das. Man muss, trotz der Ernsthaftigkeit des Themas bzw. der Realität. Was mich nur in meiner leisen Annahme bestätigt: Das Leben ist die beste Tragikomödie.

Und weil ich nun wieder vollkommen vom Thema abgekommen bin, beginnt die Tofu-Trilogie erst morgen. Ich habe für heute schon viel zu viel geschwafelt…

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8 Gedanken zu “Tofu from Scratch

  1. Schön, dass es hier wieder weitergeht, und auf den Tofu from Scratch bin ich ja sowieso schon lange gespannt wie ein Flitzebogen! :-) Und mit einem getränkten Orangenkuchen liebäugel ich auch schon seit Weihnachten, hatte nur noch nicht die passende Gelegenheit…. Lieben Gruß!

    • julie, direkt nach deinem post habe ich mehrfach versucht einen kommentar zu hinterlassen – irgendwie ist es immer wieder schwierig mit mir und blogspot. daher auf diesem wege. ich hoffe, er gefällt dir. nur als tipp am rande, man muss nur darauf achten, dass alle zutaten, vor allem eier und butter gleiche zimmertemperatur haben, falls es schnell gehen soll,eier aus dem kühlschrank unter warmes wasser halten – aber das weißt du sicher alles.

    • darum bin ich ja den vorangegangenen frauengenerationen so dankbar, in diesem fall dir ;). und auch die aktuell überwiegende situation steht außer frage. nur sehe ich die primäre herausforderung darin, die gesellschaftlichen grundlagen zu schaffen, dass ein antiquiertes rollenverständnis auf BEIDEN seiten gleichermaßen ausgehebelt wird. keine grabenkämpfe, kein für und wider – ein gemeinsam, damit man nicht immer droht wieder in alte muster zurück zu fallen…aber egal, diese art der diskussion muss in einer küche nicht ausarten. ;) danke für den tipp mit der salbe. ;)

  2. Männerquote in den Blogrolls? Du siehst mich grinsen beim Lesen deines Posts. Und du hast Recht: wir foodbloggenden Männer dürften uns ähnlich fühlen wie Frauen in Führungsetagen. Manchmal etwas fremd, manchmal etwas einsam.
    Lieben Gruß, Dirk

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