Kimchi + Der Mut anderer

Petras Brathendl

Petras Brathendl

Passend zur kommenden Kimchi-Saison, ist der neunte Gast meiner kleinen Kimchi-Reihe ein Kimchiprofi.

Petra von Der Mut anderer gehört zu den (mir sympathischen) Personen, die eine Stadt (in diesem Fall Paris) streng nach dem Genussprinzip erkunden – quasi von Brathuhn zu Brathuhn. Oder von Falafel über Rindersalami zur Meeresfrüchteplatte. Prioritäten setzen! Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen.

Entwaffnend ehrlich und schnörkellos wie immer erzählte sie mal, wie es zu dem Namen ihres kulinarischen Tagebuchs kam. So wurde mir vieles klar: die Liebe zu Fleisch und Hausgemachtem, zur Küche, zum Kochen und natürlich – die Liebe zur Qualität. Und, dass oft solche Geschichten Persönlichkeiten hervorbringen, die in sich ruhend nicht die Augen anderer brauchen, um sich selbst zu sehen.

Ihre Leidenschaft für gute Zutaten und natürliches Essen teilt sie seit einiger Zeit mit jedem der es will, in ihrem kleinen Schwabinger Laden in der Augustenstraße – in den ehemaligen Räumlichkeiten des Antiquariats. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie Genuss und Tradition ineinander greifen.

Was ich für sie koche war nach dieser Lektüre schnell klar. Eine scharfe heiße Suppe, die wohlig wärmt und Energie liefert. Klassisch geht sie mit Rindfleisch und heißt Yukgaejang. Schon wieder ein hochstilisiertes Resteessen. Weitere Zutaten sind Lauch, Sojasprossen und Gosari (junges Farnkraut/Fiddleheads). Hier habe ich präventiv zur aktuellen Erkältungssaison ein Hühnchen statt Rind genommen. Also strenggenommen Dak-gaejang, nicht Yuk-gaejang. Keine alte Henne, sondern ein kleines Hühnchen, da das Fleisch nicht völlig untergehen sollte. Leider ohne Hühnerfüsse, die mein Gast sicher gern geknabbert hätte…

Was Petra zum Thema Kimchi gezaubert hat – wie immer erst nach dem Klick.

Kimchi + Der Mut anderer

1. Magst Du überhaupt Kimchi?
Ich liebe Kimchi, so sehr, dass ich es mit meiner Mutter selbst produziere. Warum? Es schmeckt frisch, ist scharf und, wie ich mit der Zeit bei Dir erfahren habe, sehr vielseitig

2. Wie war deine allererste Erfahrung mit Kimchi?
Mein erstes Kimchi vor vielen Jahren kam aus dem Glas, gekauft in irgendeinem Asiasupermarkt. Was mir sehr geschmeckt hat. Meine Freundin Adah empfahl mir dann das frische Kimchi im Asia Imbiss zu kaufen, das ich zu meiner Mutter mitbrachte. Die war begeistert  und als ich ihr Dein Rezept zeigte hat sie sofort beschlossen, von nun an Kimchi anzusetzen. Seither gibt es bei uns immer Kimchi, das meine Mutter sogar zu Wiener Würstchen isst.

3. Welche Farbe hat für dich Kimchi?
Kimchi ist für mich rot. Wohl weil wir zum einlegen viel Chiliflocken verwenden.

4. Wie isst du Kimchi am liebsten?
Früher war habe ich Kimchi am liebsten kalt und pur gegessen. Ohne alles. Aber da ich bei Dir dazugelernt habe esse ich es nun genauso gerne warm. Wobei ich zu Spionagezwecken zum Koreaner gegangen bin. Dort habe ich dann mein erstes Kimchi Jjigae mit Bauchfleisch gegessen und war froh, dass es nicht weit von dem von mir zubereiteten entfernt war.

5. Magst Du überhaupt mein Essen, das ich für Dich gekocht habe?
Dein Essen mag ich bestimmt, was anderes kann ich mir nicht vorstellen.

PS: Die Suppe ist wahrlich keine Tellerschönheit, aber ein unübertroffener Bauch- und Seelenwärmer. Für mich sogar die perfekte Mitternachtssuppe für eine Party – zur Sicherstellung der Elektrolyte. Oben sind die klassischen Hauptzutaten, aber theoretisch könnte man diese Suppe nutzen, um weitere Gemüsereste aufzubrauchen. Und falls ihr Gosari (getrocknetes Farnkraut) nicht auftreiben könnt, kann man diese Zutat überspringen. Wichtig ist hier vor allem die Kombination Fleischbrühe, Lauch, Sprossen und Gochugaru.

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7 thoughts on “Kimchi + Der Mut anderer

    • liebe petra, ein schoener zufall, dass wir beide auf scharfe suppe gekommen sind. lieben dank nochmal, fuers mitmachen – hatte es gestern nacht nochmal versucht bei dir eine nachricht zu hinterlassen. nicht geklappt. versuch es gleich wieder! dein kommentarsystrm ist zu schlau fuer mich ;)

      ach, und das mit dem kalten reis mache ich auch immer, wenn es ein schnelles kimchi werden soll. was ich von deiner luxusversion eines tuna kimchi jjigae halte, weisst du ja bereits! :)

  1. Liebe missboulette, es hat mir viel Freude gemacht und die Suppe koche ichgleich wenn ich Gosari auftreiben kann. Die Kimchiproduktion läuft auch wieder..
    Und Dir auch nochmal vielen Dank für die Einladung! Liebe Grüße
    Petra

    • Ich habe es noch nicht geschafft ein genaues Rezept zu notieren (folgt noch), aber Du machst das schon. Eigentlich nur wichtig, dass man das Fleisch nach ca. 1h vom Knochen löst und die Brühe mit den Knochen mind. weitere Stunde kocht – ohne Fleisch, damit nichts auslaugt. Dann das Gemüse hinzu und soviel Gochugaru nach Geschmack, Knoblauch nicht vergessen und alles zusammen mind 30 min weiter köcheln, wenn nicht sogar wieder eine Stunde. In den letzten 10 Minuten das zerpflückte Fleisch dazu. Hoffe die Schnellversion hilft Dir. Und falls Du Gosari nicht auf Anhieb findest, überspringe es – vorerst. Schmeckt trotzdem. Guten Appetit!

      PS: Gosari solltest Du vorher in Wasser einweichen und dann abspülen (heiß wenn es schnell gehen soll, besser kalt über Nacht).

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