Das Kleine Schwarze

Nahezu antizyklisch (das passt nun wieder zum „Durcheinander“, das mir die SZ neulich in ihrer Freitagsküche charmant attestierte; gespannt bin ich dennoch auf eure Meinung, ob euch allen die Navigation in meiner kleinen Küche ebenfalls schwer fällt – dann werde ich meine Hirnwindungen anstrengen und serviceorientierter sortieren…hatte ich schon erwähnt, dass ich Feedback liebe?) schreibe ich nun über Schwarzes, anstatt über sommerlich Rotes, Buntes, Kaltes oder gar ein tschechisches Ogonek zu sinnieren. Meine Lieblingsfarbe kommt leider nicht oft auf den Teller, daher bin ich umso begeisterter – da müsst ihr jetzt durch.

Der erste Einsatz mit jener schwarzen Paste war natürlich eine schlicht schnöde Panna Cotta. In ihrer ganzen Schlichtheit unübertroffen – minimaler Aufwand, maximaler Genuss. Oder großer Geschmack, nichts dahinter. Oder gar das tschechische Ogonek unter den Dessertklassikern?

Als ergebene Sahneanhängerin ziehe ich es normalerweise vor, meine Panna Cotta nicht mit Milch zu verlängern (wie er, der ebenfalls im o.g. Artikel Erwähnung fand; sie war übrigens auch dabei…an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an die SZ für die Aufnahme in die illustre Runde), bei dieser nussig schweren Variante kam sie dennoch ins Spiel. Etwas Sauerkirsch-Coulis als Kontrast, passiert und leicht sirupartig eingekocht zur Geschmackskonzentration. Irgendwas noch dazu. Auf der Suche nach einem motivierten Spielgefährten für die Kirsche bin ich, trotz Befragung des Orakels, wieder bei der guten alten Azuki-Bohne gelandet. Kirsche und Azuki mögen sich auf eine gewisse Art. Nicht unbedingt vordergründig – und nur wenn es kalt wird. Sehr subtil. Zusammen mit Sesam ein schönes Trio.

Schwarze Panna Cotta
inspiriert von Green Cilantro

Zutaten für 4 Portionen:

250 ml Sahne

250 ml Milch

50 g Zucker (nach Geschmack evtl. erhöhen)

1,5 g Agar Agar (3 g abmessen und halbieren, oder gleich doppelte Menge kochen)

3 EL schwarze Sesampaste, nicht gesüßt (gekauft oder selbstgemacht)

1 Prise Salz (optional)

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten bis auf Sesampaste kalt verrühren und auf mittlerer Hitze erhitzen – nicht kochen! Gelegentlich umrühren. Falls die Flüssigkeit hochsteigt, sofort Hitze reduzieren und ca. 5 min nur leise sieden lassen.
  2. Den Topf vom Herd ziehen und die Sesampaste einrühren. Mit dem Pürierstab nochmals alles mixen.
  3. Sofort in Gläser/Tassen umfüllen, auskühlen lassen und am besten über Nacht kalt stellen (oder mind. 4 Stunden). Falls die Panna Cotta gestürzt werden soll, die Gläser/Tassen vorher mit neutralem Öl sehr leicht einpinseln.

Tipps: Sofern man die Panna Cotta nicht stürzen will und für eine bessere, zartere Konsistenz reichen wie o.g. 1,5 g Agar Agar auf 500 ml Flüssigkeit bzw. 3 g Agar Agar auf 1 Liter Flüssigkeit aus. Wer (schnell) stürzen und auf Nummer sicher gehen will, kann auf 2 g/500 ml erhöhen.

P.S. Hiermit habt ihr schon das erste Rezept zum Menü. Und das nächste folgt sogleich. Ich zäume das Pferd von hinten auf. Den davor gereichten kleinen Palate Cleanser kennen einige vielleicht vom letzten Sommer. Statt russischer Dame mit Soju.

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6 Gedanken zu “Das Kleine Schwarze

  1. ich habe mich jetzt durch die Sesamröstung bis zur Herstellung der Paste gearbeitet und mal durchgeschnauft – ganz schön anstrengend, bis man die Paste mal fertig hat! Aber das reizt mich, ich warte jetzt mal ab, bis es etwas kühler wird und versuch’s dann! Derzeit ist eher Eis angesagt :-)

    • da ich immer etwas fertig gerösteten sesam habe, ging es sogar. aber stimmt, alles von anfang an bis zur panna cotta ist ein langer weg. hat man aber erst die paste fertig ist alles ein klacks – für dich erst recht.

      ps. eis mit der schwarzen paste habe ich auch schon gerührt – lecker!! vll bald hier. :)

  2. Das gefällt mir gleich doppelt, nein, dreifach: Panna cotta ohne Milch – wunderbar. Schwarzer Sesam – sehr lecker! Und höchst interessant zur Panna cotta; das muß der Leibkoch auch gleich erfahren. Und dann natürlich der tschechische Ogonek – so schön hatte ich ihn mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt! .)

    • quasi: jdm. eine panna cotta aufbinden…

      und du hast mich veranlasst zu überlegen, ob es gar unnützes küchenwissen geben könnte. bis auf diese sache mit den granatapfelkernen (glaube 613 stück pro frucht) ist mir auf anhieb nichts eingefallen. ist aber wunderbar unnütz!

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