Kimchi + Faltmanufaktur

tina kraus_faltmanufaktur

Mein heutiger Gast ist kein reiner Foodblog, eigentlich gar kein Foodblog im herkömmlichen Sinn (wie einige meiner vorigen und zukünftigen Gäste). Aber sie scheint ein Profi in Sachen Kimchi zu sein. Immerhin hat sie bereits einige Monate in Korea gelebt und über ihre Erlebnisse im Land der Morgenstille gebloggt.

Nach einer Pause bloggt Grafikdesignerin, Illustratorin (u.a. Das Korea-Kochbuch) und Paper Engineer Tina Kraus seit kurzem wieder über Schönes, Süßes, Maskiertes und ihr Papier auf faltmanufaktur – und manchmal verschenkt sie dort sogar Sachen.

Einige unter euch werden sicher längst wissen, wie sehr ich ihre Arbeiten schätze (übrigens, auch ihr Pinterest-Profil ist folgenswert). Und ich weiß relativ sicher, dass Tina keinerlei Klimbim braucht, wenn es ums Kulinarische geht, obwohl sie Ästhetin durch und durch ist. Nur bin ich immer wieder fasziniert von der fragilen Schönheit ihrer Papierobjekte – und eine Ahnung dieser Leichtigkeit wollte ich unbedingt auf den Tisch übertragen.

Denn nicht nur meine Tischgäste genießen sie, nein, auch die Gastgeberin genießt bei Kimchi+ absolute (Narren)Freiheit. Sprich, ich darf frei wählen, was und wie ich serviere. Nicht zwingend was mit Kimchi, noch nicht mal immer was mit Geschmack (bin dennoch stets bemüht) garantiere ich – denn ab und an geht es nur um das Aussehen. Wie jetzt.

Über Sinn und Unsinn von Design (vor allem auf dem Teller) kann man lang und breit diskutieren, aber auch über den scheinbar minimalistischen Ansatz der Gestaltungsmaxime form follows function, genauer vielleicht die Interpretation dieser. Schon Louis Sullivan selbst war nie für die Abkehr von Dekor – er, der oftmals Fehlinterpretierte, war auch immer für die Ästhetik selbst als Funktion. Also doch Dekor um des Dekors willen?

In diesem Sinne – sozusagen als kleine Hommage an meinen Tischgast – habe ich mich mit einer neuen Optik (Ästhetik wäre hier vermessen) für Pfannkuchen auseinandergesetzt.

Pancake mal anders! Und, ob ihr es glaubt oder nicht, es macht sogar Spaß – wenn der Teig nicht zu dünn ist. Daher kein luftiger Crêpeteig mit Bier, sondern ein guter, deutscher Eierpfannkuchenteig – bei mir gerne mit Quark (höchste Fettstufe natürlich). Rezept gibt es diesmal nicht (Narrenfreiheit), so was Urdeutsches könnt ihr alle sicher besser als ich.

Den Teig in eine Garnierflasche, Tülle oder, wie ich es tat, in einen normalen Plastikbeutel umfüllen (millimeterkleine Spitze abschneiden), Pfanne leicht erhitzen – und drauf los kritzeln!

Genug Süßkram? Bevor es bei Tina mit Kimchi weiter geht, hier ihre Antworten vorab.

Kimchi + Faltmanufaktur

1. Magst Du überhaupt Kimchi? Wenn Ja warum, wenn Nein warum?

Oh jaaa! Sehr, SEHR gerne sogar. Am allerliebsten das Baechu Kimchi, aber auch Mul Kimchi und Dongchimi mag ich. Warum? Kimchi ist pur so herrlich erfrischend und belebend intensiv und mit Kimchi im Haus kann man immer irgendwie ein leckeres Essen improvisieren : )  Und dann ist es auch noch gesund!

2. Wie war deine allererste Erfahrung mit Kimchi?

Meine Abreise nach Seoul (wo ich 4 Monate studiert habe) rückte näher und meine koreanische Freundin hier in Deutschland beschloss, dass sie mich langsam kulinarisch vorbereiten muss. Also hat sie Kimchibokkeumbap für mich gekocht und ich fand es sehr lecker. Kurz danach durfte ich Kimchi ‘pur’ probieren, allerdings stand es schon 3 Tage in einem Paket aus Korea neben der Heizung und hatte somit schon etwas gelitten. In Korea dann gab es Kimchi in allen Varianten ja sowieso überall und ich wurde irgendwann einfach süchtig.

3. Welche Farbe hat für dich Kimchi?

Hmm, frisches Kimchi ist eher grün-orange, während gut reifes Kimchi irgendwie ‘hell” ist.

4. Wie isst du Kimchi am liebsten?

Gutes Kimchi am liebsten so wie es ist, und altes Kimchi als Kimchi- Jiggae, allerdings mit Thunfisch statt Schwein.

5. Magst Du überhaupt mein Essen, das ich für Dich gekocht habe?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es mögen werde! (Tina, ziemlich mutig von Dir VORAB Frage 5 zu beantworten!)

P.S. Zum Schluss eine Prise Ehrlichkeit. Etwas anders waren sie geplant, inspiriert von Tinas Logo: Im Kopf schwirrten schon überall Pfannkuchenschmetterlinge, die beschränkte Ausführung ließ sie nur nicht zu. Eine Kostprobe?

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16 thoughts on “Kimchi + Faltmanufaktur

  1. Oh, wie grossartig! Ich bin ganz hin und weg ob der lieben Worte und bezaubernden Kunstwerke von Dir! Die Pfannkuchen sind der Hammer! Wie lang hast du denn bitte geübt?
    Zu Frage 5: Pfannkuchen gehören zu meinen Lieblings-Gerichten und wenn sie dann auch noch so wunderschön aussehen…
    Vielen Dank für diese herrliche Essenseinladung!

    • Und ich erst!! Ich konnte auf den ersten Blick kaum fassen, dass Dein Tellerinhalt aus Papier ist – so lecker und frisch sahen die Blätter aus. Bin noch ganz überwältigt (insgeheim hatte ich gehofft,aber kaum zu denken gewagt).

      Entschuldige, dass ich Dir nichts Koreanisches serviert habe, aber ich hätte Dir so gerne Dein Schmetterlings-Logo auf dem Teller serviert – hat leider nicht geklappt. Die nicht servierten Schmetterlinge dauerten länger – der Rest ging fix! ;-)

  2. Pingback: Ode an das Kimchi | An ode to kimchi « faltmanufaktur

    • Danke Dir. Kann ich gut nachvollziehen, Su. Als ich zum ersten Mal die Amalfiküste runter fuhr, ging es mir ähnlich, oft bei einigen Bildern – bei meinen Pancakes überhaupt nicht! ;-) Bei Tinas Papier-Kimchi schon!

  3. Ps: Kimchi-Jiggae mag ich übrigens auch am liebsten mit Thunfisch (am liebsten italienische Fabrikation, dh nur in Olivenöl eingelegt :)). Freut mich, über eine Gleichgesinnte zu lesen!

    • Ganz vergessen, hier zu antworten, Su! Mit Olivenöl hab ich’s noch nicht probiert, ich nehm immer den ganz natur! Aber das wird nachgeholt, sobald wieder gut gereiftes Kimchi zur Hand ist : ) Mich hat eine koreanische Freundin da auf den Geschmack gebracht.
      Liebe Ostergrüße an alle aus dem verschneiten Bayern!

    • danke angela! :)
      hatte keine flasche, nur eine garniertülle – und war zu faul diese auszuspülen. also musste ein stinknormaler plastik(frühstücks)beutel ran. hat gut geklappt. zwischendurch beim pausieren einfach die Spitze hoch klemmen und in ein kleines schälchen legen, dann läuft auch nichts aus.

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