Kann es komplizierter sein seinem Gericht einen Namen zu verleihen als es zu kochen? Und wie. Dabei ist alles so einfach und bodenständig. Nur Grießbrei mit streng genommen geschmorten Apfelstückchen im eigenen Saft(karamell) – und das klingt affiger komplizierter als es ist. Bewusst kaum Flüssigkeit. Bewusst kein Kompott, auch kein Bratapfel. Letzteren sind keine sonderlich effektiven Schlüsselreize für mich. Eher schon fruchtige ganze Stückchen und eine leichte Karamell-Butter-Note, wie auf einer goldglänzenden Tarte Tatin.
Vage inspiriert wurde ich zudem von diesem dunkel gerösteten Apfelglück nach Salzkorn, aber anders als Micha, Sybille und Su (und sicher noch einige andere) habe ich es ganz frei nach der Ppalli-Ppalli (schnell-schnell – übrigens das allererste Wort, welches man als Nichtkoreaner in Korea lernt) Methode interpretiert.
Die Stückchen eines Apfels wurden mit Butter und Zucker (je 1 EL), nach dem Vorbild meiner easypeasy Tarte Tatin, gleichzeitig (!) im Topf erhitzt, Deckel drauf, evtl. Gewürze rein, ca. 2-3 Minuten gedünstet, 2-3 mal vorsichtig umgerührt und mit sehr (!) wenig Flüssigkeit (was da ist: Apfelsaft, Zitronensaft, Calvados oder von allem etwas) abgelöscht. Noch kurz abkühlen und alle Aromen ziehen lassen.
Parallel Milch erhitzen, mit Vanillezucker und (großzügiger) Prise Salz abschmecken, nur wenig Grieß rein (nehme max. 4 EL auf 500 ml Milch), rühren, rühren, rühren, kurz cremig blubbern lassen, (großzügiger) Schluck Sahne rein – fertig. Noch dampfend mit jenem Apfel-Dingens servieren. Schnell gemacht, noch schneller gegessen und sicher ein Lächeln hinterlassend. Eine Schale warme Zufriedenheit. Nicht nur für Julie am süßen Sonntag. Völlig ungeplant und zufällig gibt es bei ihr höchst Ähnliches – nur mit kräftigerem Farbklecks.
Trotzdem, ich kann es nicht lassen – überlege immer noch was das nun für ein Apfel war. Tatin-Apfel gefällt mir, irgendwie.



Wer bei diesen Bildern oder einem der Titelwörter nicht die sofortige Lust verspürt, nachzukochen, dem ist ohnehin nicht zu helfen… also du brauchst nicht weitersuchen
wie schön gesagt, danke auf jeden fall!
Ich war nie ein Grießbrei Fan, aber wenn ich das hier so sehe bekomme ich richtig Appetit! Vielleicht wird es ja doch noch was mit mir und dem Grieß
ich muss sagen, ich fahre absolut auf Grieß ab, auch auf haferflocken und haferbrei – obwohl ich keine kindheitserinnerung damit verbinde.
probier unbedingt, lohnt sich vll.
oh nein oh nein. auch dir gute besserung und mit grieß wird alles besser
(auch wenn es einem bereits gut geht)
wie recht du hast, mit grieß geht es immer bergauf!
Warme Zufriedenheit klingt ganz wundervoll. Alles Liebe!
Ich schließe mich Rike an, was gibt s schöneres als ” Warme Zufriedenheit”.
Wenns mir schlecht geht gibts Grießbrei oder Milchreis mit Wärmflasche.
Dir gehts hoffentlich gut?
LG
viel besser, halb so wild (da kommt die mama bei dir durch, lustig
)
Äpfel in roh und ganz finde ich ja eher unattraktiv, aber so in kleingeschnitten und karamellisiert? Ich könnte schwach werden … Wie gut, dass ich letztens erst Milchreis gekauft habe, jetzt fehlt nur noch der Apfel
ach ja, du warst die mit (ohne) apfel.
hoffe, es schmeckt dir dann…
Oh, wundervoll! Yummyumm, warme Zufriedenheit ist genau das richtige für die nächsten Tage, wenn es (endlich) richtig kalt werden soll… : )
kalt liebe ich grießbrei mit erdbeeren oder im frühen herbst mit sanddorn, auch lecker! aber jetzt erstmal warm.
Man traut sich kaum, einen Kommentar zu hinterlassen, bei deinen tollen Texten. Ein Genuss, das Essen wie das Lesen
Danke von Frau P aus dem 4. OG
ich habe zu danken – für dein feedback und die lieben worte. btw dein name ist toll!
Das sind die Momente, in denen ich den Fruchtzucker- und Sorbitgehalt von Äpfeln sowas von verfluche …
habe ich was verpasst bzw. irgendeine unverträglichkeit deinerseits?
Fruchtzucker, Sorbit, Milchzucker. Soweit der aktuelle Stand …
Klingt extrem lecker, was Du da mit dem Apfel gemacht hast. Seit einiger Zeit karamelisiere ich auch alles Mögliche, das ist einfach großartig… Lieben Gruß!
Danke Marlene!
Gerade nachgekocht, und für ihres Namens Wert befunden, diese ‘Warme Zufriedenheit’!
Übrigens habe ich Ppalli-Ppalli sogar noch bevor ich in Korea ankam gelernt, ist mir eingefallen! ; )
Wie wunderbar! Und so ppalli-ppalli, nicht?