Kimchi Pfannkuchen_Rezept aus Das Korea-Kochbuch


Koreanisch kochen mit Messbecher, Maßlöffel und Waage. Gefühlt habe ich mich wie eine Gefesselte an Handschellen – wider die Natur! Vielleicht einer der Gründe, warum ich mich so schwer getan habe zu entscheiden, welches Rezept ich aus dem Buch veröffentlichen soll.

Lange habe ich überlegt, einige Rezepte ausprobiert, einige wieder verworfen. Zunächst wollte ich bewusst ein Gericht, welches ich in dieser Form selbst noch nicht kannte – Dakbokkeumtang, ein scharf geschmortes Hühnchen. Aber ein sehr ähnliches Gericht ist mir als Dakdoritang bekannt und befand sich bereits in meiner Warteschleife.

Schließlich habe ich mich doch für ein sehr bekanntes Gericht entschieden. Nur so kann ich auf Erfahrungswerte zurückgreifen und euch wirklich erzählen, ob das Ergebnis dem mir bekannten Geschmack nahe kommt und wie die Handhabung ist (denke natürlich immer völlig selbstlos an meine Leser). Und da bald wieder Kimchi Saison ist und ich euch schon letztes Jahr ein Kimchi-Pfannkuchen Rezept vorstellen wollte, fiel schlussendlich die Entscheidung leicht.

Das Rezept ist bereits eine aufgepimte Deluxe-Version, die man wunderbar Gästen servieren könnte. Normalerweise werden keine Meeresfrüchte und nicht so viele verschiedene Gemüsesorten verwendet. Erfreulicherweise rührt die Autorin den Teig, so wie ich es auch kenne, mit etwas Kimchisaft an. Gibt extra Würze und man kann auf Salz verzichten.

Ich habe mich stoisch an die Mengenangaben gehalten, meine Digitalwaage grammgenau sprechen lassen und ihr dürft raten – es hat geschmeckt, perfekt sogar! Genau so wie ich Kimchi-Pfannkuchen schätze. Natürlich sind sie keine hohe Kochkunst, aber wie so oft im Leben sind es die kleinen, scheinbar einfachen Dinge, die den feinen Unterschied ausmachen. An der Qualität schlichter Bratkartoffeln und Klöße beurteile ich gerne die Küchenfertigkeiten deutscher Köche. Schlechte gab es mehr als gute. Und ebenso habe ich schon oft genug schlechte Kimchi-Pfannkuchen gegessen – zuviel Mehl oder zuviel Wasser oder zuwenig Kimchi. Diese Rezeptur ist dagegen gut ausgewogen.

Mein heißer Tipp für eine kleine Mitternachtsmahlzeit, den kleinen Hunger nach einer Party oder anstatt des üblichen Sonntagskucheneinerlei, pikant nicht süß! Sehr schnell gemacht und sollte ebenso heiß und schnell aufgegessen werden. Immer pur ohne Reis. Himmlisch zu Sake oder Makgeolli. Nun, erst mal Mund auf.

Ach, Voraussetzung ist vorher auch ein gut gereiftes Kimchi

Kimchi Pfannkuchen

Originalrezept (S.93) aus Das Korea-Kochbuch

Für 4 Portionen

250 g fermentiertes Kimchi (Kimchi-Rezept gibt es natürlich auch im Buch – leider noch nicht erprobt)

200 g Meeresfrüchte (TK-Produkt)

2 Frühlingszwiebeln

1 Zwiebel

1 Karotte

1 Stück Zucchini (100 g)

250 g Weizenmehl

1 Ei

6 EL Kimchi-Sauce (Flüssigkeit, die sich beim Herstellen von Kimchi bildet)

300 ml Wasser

Pflanzenöl zum Braten

  1. Das Kimchi in etwa 1 cm breite Streifen schneiden.
  2. Die Meeresfrüchte mit warmem Wasser abwaschen und in einem Sieb abtropfen lassen.
  3. Die Frühlingszwiebeln, die Zwiebel, die Karotte und die Zucchini in etwa 2 cm lange dünne Streifen schneiden.
  4. Das Mehl, mit dem Ei, der Kimchi-Sauce, und dem Wasser zu einem homogenen Teig verrühren und Kimchi, Meeresfrüchte und Gemüse unterheben.
  5. Die Masse in kleinen Portionen (1-2 EL) mit wenig Öl in einer Pfanne zu kleinen, goldbraunen Pfannkuchen von etwa 7 cm Durchmesser ausbacken und sofort mit Reis servieren.

Tipps: Die Autorin rät, die Meeresfrüchte ggf. einfach auszulassen und evtl. mit wenig Gochujang nachzuwürzen. Gochujang habe ich nicht gebraucht, habe aber gerne auf die geschmacklosen TK-Frutti di Mare verzichtet. Meiner Meinung nach ist auch beim Gemüse nur die Zwiebel ein Muss – Zucchini und Karotte bringen zusätzlich Süße und mildern den Geschmack.

Man kann natürlich die Pfannkuchen in jeder Größe ausbacken, nur sollten sie relativ dünn ausgebacken und dabei zwischendurch mit dem Spatel platt gedrückt werden, damit sie knusprig gelingen.

Originalrezept aus :

Das Korea-Kochbuch
Von Minbok Kou, Sunkyoung Jung, Yun-Ah Kim
Mit Illustrationen von Tina Kraus
160 Seiten, geb., Flexcover
17 x 23,5 cm,
€ [D] 19,95 | € [A] 20,60 | SFr 28,50
ISBN 978-3-941787-43-8

Jacoby & Stuart Verlag

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10 Gedanken zu “Kimchi Pfannkuchen_Rezept aus Das Korea-Kochbuch

  1. Da hast Du recht. Die wahren Gradmesser sind die einfachen Dinge. Bin aus dem Schwobaländle und wer gute Spätzle macht hat gewonnen. Sehr schönes Rezept, muss mich nur noch an Kimchi wagen

  2. Klar hab ich ein Hammerrezept. Das Geheimnis ist das Mehl. Unbedingt Spätzlemehl und wenn möglich Dinkelspätzlemehl (keine Angst das schmeckt nicht öko sondern kernig). Dann Großgebinde Eier herrichten.
    Ich brauch auf 500g Mehl ca. 7-8 Eier oder die Luxusvariante 5 ganze Eier und 5 Eigelb. Kein Tropfen Wasser in den Teig, lieber noch ein Ei. Der Teig ist eher fest, nicht so weich wie sonst in den Rezepten.Feste rühren gut 5 min. mit dem Knethaken.1 Stunde ruhen lasse. Dann nach Gusto, Knöpfle, lange Spatzen, schaben vom Brett (für Fortgeschrittene) oder eine Presse mit unterschiedlicher Lochung. Die ist mein Favorit, oder die vom Brett. Vom Eiweiß mach ich Schäumchen. Leg los!!
    Dein Blog ist übrigens super. Asien meets Deutschland find ich klasse.

  3. Hallo,
    habe eine kleine Variante, da mein Grosser nach der ersten fleischlosen Charge (bin den Tiefkühl-Meeresfrüchten auch eher kritisch gegenüber, da kann man ja auch gleich alte Kaugummis reinrühren) das Fehlen von Fleisch monierte.
    Bacon in die Pfanne und den Teig darauf plazieren. Den Bacon aber höchstens anschwitzen, Fett brauchts dann keins mehr und salzen noch sparsamer.
    Marcus

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