Geschmorte Makrele_Godeungeo Jorim

Ist es euch eigentlich aufgefallen? Habe mich gut durchgemogelt. Eine gefühlte Ewigkeit (Jahre!!) habe ich nicht mehr warm gekocht – hier für euch. Sonst natürlich schon. Tatsächlich ist das letzte warme Gericht schon über 2 Monate her. Die paar Gun Mandus zähle ich natürlich nicht, weil sie sozusagen schon fertig waren und nur reanimiert wurden.

Passend zur letzten warmen Krebssuppe mit Miso (die übrigens wirklich köstlich schmeckt, aber natürlich nicht so viele hits erspielt wie etwa eine Schokosünde, warum nur?) geht es nun hier fischig weiter.

Makrele, einer meiner Lieblingsfische, auch wenn ich für diese Vorliebe schon immer leicht belächelt wurde – ein typischer „Billigfisch“. Der in Seoul erstaunlich teuer wird, wenn er fangfrisch von der größten Insel Jejudo im Süden des Landes (oder nach Michael Jackson die schönste Insel der Welt, die er in seinen besten Zeiten einfach aufkaufen wollte – unerhört) schnellstmöglich in die Hauptstadt eingeflogen wird. Als Sashimi in frischester Qualität sowieso nur direkt auf Jejudo als Spezialität der Insel zu haben, weil die Makrele, wie ich es gelernt habe, höchst empfindsam ist und überhaupt keinen (Transport)Stress verträgt. Roh straft sie solch emotionale Belastung.

Frisch geangelte Exemplare aus der Nordsee finde ich aber ebenfalls so gut, dass ich dafür sogar das Angeln erlernen würde. Wenn ich müsste. Das Fischen und das Kotzen (obligatorisch auf hoher See) überlasse ich gerne anderen.

Diesmal nicht geangelt, sondern gekauft…ein weiterer Klassiker der koreanischen Küche.

Geschmorte Makrele_Godeungeo Jorim

Zutaten für 1 kleinen Topf (4 Banchan Portionen)

2 Makrelen, küchenfertig ohne Kopf, Schwanz, Gedärm

2 Kartoffeln, mittel

2 Zwiebeln, mittel

1 Tasse Wasser

Marinade

4 EL Sojasauce

1 EL Sesamöl, dunkel

2 TL Gochugaru

1 TL Gochujang

3 TL Sesam, geröstet

2-3 Prisen Zucker

1 Knoblauchzehe, fein zerrieben

optional

Lauchzwiebel, etwas frische grüne Chili

Zubereitung:

  1. Kartoffeln und Zwiebel waschen, schälen und in 2 cm dicke Scheiben schneiden.
  2. Alle Zutaten der Marinade miteinander verrühren.
  3. Fische abspülen, trocken tupfen und quer in gleichmäßige Stücke ca. 4cm dick teilen.
  4. In einem breiten, flachen Topf zunächst Kartoffelscheiben, dann Fischstücke quer (Schnittfläche nach oben) schichten und vorsichtig Wasser aufgießen. 2/3 der Marinade darüber verteilen, zum Schluss Zwiebelstücke mit der restlichen Marinade schichten. Dabei Fisch- und Zwiebelstücke gleichmäßig mit der Marinade bedecken.
  5. Mit geschlossenem Deckel aufkochen, Hitze auf unteres Drittel reduzieren und ca. 15 min (Garprobe machen) köcheln lassen. Zwischendurch 2-3 mal Fischstücke mit der Marinade übergießen und Flüssigkeit kontrollieren. Evtl. wenig Wasser nachgießen. Ca. 5 min. vor Ende der Kochzeit evtl. Lauchzwiebelringe und Chiliringe drüber streuen und die letzten Minuten ohne Deckel garen, damit die Soße leicht reduziert.
  6. Fischstücke mit genügend Soße begießen und mit dem Gemüse Servieren.

Tipps: Jorim beschreibt nur die Zubereitungsart des kurzen Schmorens. Man kann natürlich andere Fischarten nehmen. Weitere beliebte Varianten sind Galchi (Hairtail/Beltfish) Jorim oder Gajami (Scholle) Jorim. In Korea meist mit Rettich statt mit Kartoffeln geschmort.

Die Gemüsemenge kann adaptiert werden. Kartoffeln brauchen mehr Wasser als Rettich. Wer insgesamt viel Soße/Flüssigkeit haben will, kann etwas mehr Wasser aufgießen und eventuell mit wenig Salz nachwürzen. Und wer es nicht so scharf mag, kann Gochugaru um die Hälfte reduzieren.

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6 Gedanken zu “Geschmorte Makrele_Godeungeo Jorim

  1. Dass die dicken Schokosünden die meisten Hits erspielen und warmes Essen irgendwie unter ferner liefen vor sich hin dümpelt kenne ich irgendwie. Die Leute wollen Hüftsensationen und scheren sich nicht um des Bloggers Waistline, glaube ich. ;)

    Ich mag Makrele auch sehr gern. Bei uns gibt’s bei jedem kleinen Festle das was auf sich hält Steckerlesfisch (am Stab überm Feuer gegart), und der ist meistens Makrele. Zum Reinlegen.

    Bei Fisch auf asiatisch hab ich immer irgendwie Berührungsängste, frag mich nicht warum. Meeresfrüchte seh ich irgendwie viel cooler. Ich schieb das jetzt mal auf frühkindliche Erfahrungen und werd mich bei Gelegenheit mal wieder ins kalte Wasser stürzen. ;)

    • :-) Hüftsensationen! Also meine Taktik ist die, einfach nur fest daran zu glauben, dass man von den paar Kalorienchen definitiv und absolut NICHT aufgeht – klappt bisher.

      Dein Vorbehalt “asiatischen” Fischen gegenüber ist, zumindest bei koreanischen, unbegründet. Die eigentlich typischste Zubereitung ist das knusprige Braten in Öl oder Rösten über Grill – also alles andere als exotisch. Dieses Schmorgericht ist natürlich anders, aber sehr gut, wenn man grundsätzlich kräftige Sojasoßenaromen mag.

    • Ich glaube, ich hatte mal ein Thai-Fischcurry, das nicht so ganz koscher war, das könnte das ursprüngliche Problem gewesen sein. ;) Aber bei Sojasauce kann ja eigentlich nicht viel schief gehen. ;)

    • Ach so, jetzt verstehe ich. Jeder Fisch sollte absolut frisch sein, selbst bei dieser Zubereitung, nur dann macht es wirklich Spaß ;-)
      Gerade bei fetthaltigen Fischen wie Makrele merkt man es sofort…

  2. Hört sich wirklich spannend an! Entdecke gerade das asiatische Schmoren für mich und muss mal gucken, ob ich irgendwo hier Makrele auftreiben kann :-)
    Ich bin glaub ich eine der Wenigen, die eher herzhaftes Essen als süße Schokotörtchen mögen :-)

    • Du, es schmeckt wirklich sehr saftig würzig und würde Dir gefallen. Etwas Reis dazu und mehr braucht man eigentlich nicht. Jetzt sollte es sie überall geben, nehme an Du wirst nicht selbst die Angelrute schwingen wollen?

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