Entschleunigendes Weihnachtsmenü auf Koreanisch_Für experimentierfreudige Einsteiger

Dieses Menü mit Zeitplan richtet sich an diejenigen, die genug Experimentierfreude besitzen um ein komplett „exotisches“ Menü zu kochen und sich gleichzeitig erst langsam an koreanische Geschmackswelten herantrauen wollen. Ich habe mir überlegt, was ich für liebe Freunde und Bekannte kochen würde, die die koreanische Küche kennenlernen wollen, und habe aus verschiedenen Gerichten einen koreanischen Einstiegs-Tisch für euch zusammengestellt. Die Gerichte harmonieren miteinander und sind geschmacklich aufeinander abgestimmt. Obwohl sie authentisch sind, überfordern sie noch nicht mit überzogen fremdländischen Zutaten und Texturen.

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Diese oder eine darauf basierende Zusammenstellung mit weiteren Beilagen (Banchan) habe ich tatsächlich schon oft für Freunde, Bekannte und Kollegen gekocht. Und die Gerichte haben sich erfolgreich als mainstreamlastig bewährt. Es kann ja nicht jeder so bewundernswert offen gegenüber fremdländischen Küchen sein wie Erich.

Weihnachtlich ist an diesem Menü eigentlich gar nichts, bis auf die gute Vorbereitungsmöglichkeit und somit eine Entzerrung der Stoßzeit. Dafür sind viele koreanische Gerichte zu haben – also die ideale Festtagsküche? Und Menü ist eigentlich auch das falsche Wort, da man in der koreanischen Küche eigentlich alles zusammen am Tisch serviert. Statt einer festen Menüabfolge bedient sich der Gast selbstbestimmt von den Gerichten.

Wer trotzdem Gänge haben möchte, für den habe ich zumindest eine Vorspeise und sogar eine Nachspeise, obwohl Desserts im herkömmlichen Sinne nicht serviert werden. Oftmals wird einfach nur frisches Obst oder ein kaltes süßes Getränk nach einem Essen gereicht. Fruchtig-Kalt war daher auch meine Grundidee, um nach einem passenden Dessert zu suchen. Ein Fruchtsorbet, das abschließend intensive Aromen angenehm ausbalanciert, lag da sehr nahe. Das Rezept zum Dessert habe ich hier gefunden. Das sommerliche Original würde ich nur mit koreanischen Nashi-Birnen ersetzen. Diese Exemplare sind momentan in gut sortierten Asialäden erhältlich. Aber die hinreißend schöne Präsentationsform würde ich unbedingt beibehalten, um auch der kugelrunden Nashi-Birne gerecht zu werden.

Und hier endlich das Menü:

Vorspeise: Kimbap

Hauptgang: Bulgogi mit Ssambap, Japchae, Musaengchae, Gutjuri Kimchi oder Kkakdugi, Doenjang Jjigae mit Tofu und Muscheln

Nachspeise: Nashi-Champagner Sorbet (Grundrezept mit süßen Pflaumen)

Zeitplan für ein koreanisches Menü für Einsteiger

1 Woche oder spätestens 3 Tage vorher

Gutjuri Kimchi und/oder Kakkdugi einlegen

Sorbet herstellen

1 Tag vorher

Bulgogi marinieren

Ssamjang zubereiten

Musaengchae zubereiten

Doenjang Jjigae vorkochen bis auf Tofu, Muscheln und evtl. Zucchini (separat vorbereitet beiseite stellen)

Kimbap Füllung vorbereiten und auf Tellern beiseite stellen

Japchae Gemüse vorbraten und in einer Schüssel beiseite stellen

Am Morgen

Reis für Kimbap kochen und Kimbap fertig zubereiten

Salatblätter waschen, mit feuchtem Tuch abdecken und kühl stellen

Tisch decken und portablen Gaskocher/Induktionsherd mit Bulgogi-Pfanne in der Mitte anrichten

2 Stunden vorher

mariniertes Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur bringen

Glasnudeln kochen und Japchae fertig zubereiten. Japchae wird lauwarm oder sogar kalt gegessen. Falls nicht genehm, vorm Servieren in einer großen Pfanne nochmals kurz anbraten.

Kimbap aufschneiden

Kimbap, Musaengchae, Kimchi, Japchae, Ssamjang und Salatblätter anrichten – alles noch mit Folie abdecken

Eventuell zusätzlich Reis kochen (falls noch Reis zum Fleisch gereicht werden soll) und warm halten

1 Stunde vorher – die Ruhe vor dem Sturm

hübsch machen, dabei entspannt Bing Crosby hören und die Gewißheit genießen, dass das komplette Essen fertig ist

Wenn die Gäste da sind bzw. kurz vor dem Servieren

Suppe aufkochen, die übrigen frischen Zutaten hinzufügen und in kleinen Schalen servieren

Bulgogi am Tisch grillen

Sorbet anrichten

Essen und genießen nicht vergessen! Aufmerksame haben vielleicht bemerkt, dass noch kein Rezept zum Kimbap verlinkt ist. Das Rezept folgt natürlich separat in den nächsten Tagen(Nachtrag: Schon verlinkt). Falls Vegetarier in der Runde sein sollten, würde ich für sie noch den molligen Tofu als Ersatzproteine dämpfen und eine separate Schale Japchae ohne Rindfleisch mischen.

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8 Gedanken zu “Entschleunigendes Weihnachtsmenü auf Koreanisch_Für experimentierfreudige Einsteiger

  1. Ich könnte mir die Doenjang Jjigae auch als Vorspeise vorstellen, wenn man dem Drang nach Menüfolge gerecht werden will, oder?

    Beim Nachtisch ignoriere ich gnadenlos koreanische und japanische Traditionen bei Menüs. Ich begründe das mit Nachtisch-süchtigen Koreanern, die sich zwar nach vier Wochen hier ganz doll nach Kimchi sehnten, aber den Nachtisch auch zurück in Korea nicht mehr loswurden. Außerdem machen es japanische Restaurants hier ähnlich (hauptsächlich für die daran gewöhnten Gäste, aber trotzdem).

    Ein Menü zu bloggen ist super! Danke! :)

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