Zigmal probiert und für gut befunden: Simpler Flammkuchen

Seit ich vor Jahren die Combo Federweißer mit Flammkuchen für mich entdeckt habe, freue ich mich jedes Jahr auf die Saison. In den ersten Jahren hat immer ein Convenience-Produkt des Hauses W. den Federweißer begleiten dürfen. Auch wenn ich normalerweise überhaupt kein Anhänger von Fertigprodukten bin, war jenes spezielle Produkt geschmacklich eine gute Alternative zu selbst gemachten Flammkuchen. Obwohl ich gestehen muss, dass ich noch nie das Original im Elsass gegessen habe. Vielmehr war meine erste Begegnung mit der elsässischen Küche eine überaus deftige Schlachteplatte auf Tonnen von Choucroute, die mich und meinen Magen die ganze Nacht wachgehalten hat. Soviel zu meinen Erfahrungen mit der elsässischen Küche.

Aber wie gesagt, nachdem ich die beste homemade Pizzateig/Hefeteig-Rezeptur (ihr erinnert euch vielleicht?) kenne, darf der Flammkuchen eigentlich nur noch selbstgemacht auf den Tisch. Die einzige Frage darf nur noch lauten: Mit welchem Belag? Einige schwören auf eine Mischung von Crème Fraiche und Quark, einige nur auf Crème Fraiche, andere rühren zusätzlich noch etwas Öl rein. Nach unzähligen Flammkuchen-Degustationen bevorzuge ich reinen Schmand. Eine ideale Balance von Fettgehalt und Säure. Sonst nichts, nicht einmal eine Prise Salz. Die Würze durch den Schinken reicht mir völlig aus.

Apropos Schinken, in der Hinsicht bin ich kompromissbereiter. Den Umständen entsprechend variiere ich zwischen fertigen rohen Schinkenwürfeln (keine Zeit), normalen Schinkenspeckscheiben (etwas mehr Zeit und Reste) oder Bauchspeck am Stück (Zeit und Muße). Die beiden ersteren kommen roh auf den Belag, den Bauchspeck zerlasse ich aber vorher in der Pfanne. Diese Variante schmeckt am deftigsten. Aber alle drei schmecken mir gleich gut, ich könnte hier keine geschmackliche Präferenz abgeben. Und welche Zutat fehlt noch? Ach ja, die Zwiebeln – ob weiße oder rote, ist wohl eher eine optische als eine geschmackliche Frage in diesem Fall. Weiße Zwiebeln hat glaube ich jeder stets im Haus, ich zumindest. Also, warum nicht das nehmen, was man gerade hat?

Diesen simplen Flammkuchen macht sogar die weltbeste Nichte (Vorschulkind!!) fast alleine.  Ok, der Teig und die feinen Zwiebelringe wurden ihr als mise-en-place vorbereitet, aber ansonsten ist das Rezept für alle Mini-Chefs geeignet. Und die haben bekanntlich ihre Handlanger und Küchenhilfen.

missboulette’s simpler Flammkuchen

Zutaten für ein Blech:

125-150g       Schinken nach Wahl (s.o.)

1                    Becher Schmand (200g)

1                    große Zwiebel (oder 2 kleinere)

optional

1                    Prise Muskatnuss

Teig:

s. Grundrezept Pizzateig

Zubereitung:

  1. Den Teig nach Rezept herstellen.
  2. Falls Bauchspeck verwendet wird, von Speckschwarte und Knorpel befreien. Dann den Speck in dünne Streifen schneiden und bei mittlerer Hitze in der Pfanne ca. 15 min. zerlassen. Auf Küchenkrepp entfetten
  3. Den Ofen vor dem Ausrollen auf 250 Grad vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und auf dem leicht gefetteten Blech gut andrücken.
  4. Optional eine Prise Muskatnuss in den Schmandbecher reiben, verrühren, dann den Inhalt des Bechers gleichmäßig dünn über den Teig verteilen.
  5. Zwiebel zunächst halbieren und in sehr feine Scheiben schneiden – transparent sollten sie sein. Über den Schmand geben.
  6. Vorbereiteten Speck oder den rohen Schinken evtl. schneiden und über alles streuen.
  7. Bei 250 Grad 12 min. auf unterster Schiene backen. Vor dem Servieren kurz pfeffern.

Tipp: Die Menge Schmand reicht nur für eine dünne Lage, wer mehr möchte, kann die Menge auf 1 ½ Becher erhöhen. Dafür hat man aber einen halben Becher übrig, den man irgendwie verwerten muss. Oder man macht gleicht die doppelte Menge, dann hat man dieses Problem nicht und genießt in größerer Runde.

Eine süße Variante, traditionell mit Apfelscheiben, schmeckt auch gut mit Pfirsichspalten.

5 Gedanken zu “Zigmal probiert und für gut befunden: Simpler Flammkuchen

  1. Hach … hmmm ….. Flammkuchen aller Orten! Auch wenn ich den Federweißer verschmähe (starke Alkoholabneigung meinerseits), ein Stück vom Fladen nähme ich gern. Ich glaube, ich muss mal wieder ein wenig die Knethaken schwingen :-)

  2. Da hört mans förmlich knacken, wenn man sich ein imaginäres Stück von deinem sehr knusprig und lecker ausschaueneden Flammkuchen abbricht.
    Ich handabe das mit der Unterlage überigens wie du mit dem Schinken: Crème Fraîche ODER Schmand, je nachdem was da ist…allerdings niemals Quark.

  3. Pingback: Der Handhabbarkeit geschuldeter Flammkuchen erwies sich den Bedürfnissen mehr als gerecht — das lag aber auch an fulminanten Zwiebelvorräten, immerhin aus drei Sorten bestehend, und ebenfalls dreifach strukturiert sich gebender Schinken mit Speck,

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